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Return-Metriken verstehen

Lerne die wichtigsten Return-Metriken und wie du deine Investitionsperformance richtig misst und bewertest. Ein umfassender Leitfaden zur Analyse von Renditen im systematischen Handel.

Lesezeit: 8 Minuten Aktualisiert: Januar 2026
Professionelle Finanzanalyse mit Diagrammen und Datenvisualisierung

Die Messung von Investitionsrenditen ist eines der Fundamente des systematischen Handels. Ohne aussagekräftige Metriken zur Performancebewertung ist es unmöglich, die Effektivität einer Handelsstrategie zu beurteilen oder fundierte Entscheidungen für zukünftige Investitionen zu treffen. Diese Metriken bieten objektive Daten, auf denen Analysen und Verbesserungen basieren können.

In diesem Artikel untersuchen wir die wichtigsten Return-Metriken, die professionelle Trader und Investoren verwenden, um ihre Strategien zu evaluieren. Von absoluten Renditen bis hin zu risikoadjustierten Kennzahlen – wir erklären jede Metrik verständlich und zeigen, wie sie praktisch angewendet wird.

Absolute Rendite: Die Grundlage der Performancemessung

Die absolute Rendite ist die einfachste und direkteste Metrik zur Messung von Investitionserfolgen. Sie zeigt, wie viel Gewinn oder Verlust in absoluten Zahlen erzielt wurde, unabhängig vom Zeitraum oder der Kapitalanlage. Eine Rendite von 15% bedeutet, dass das Kapital um 15% gestiegen ist.

Grafische Darstellung absoluter Renditen mit ansteigenden Balkendiagrammen

Absolute Renditen sind besonders nützlich, um schnell zu sehen, ob eine Investition gewinnbringend war. Allerdings berücksichtigen sie weder die Dauer der Anlage noch die Höhe des Risikos. Eine Rendite von 10% über 10 Jahre ist deutlich weniger beeindruckend als dieselbe Rendite über ein Jahr. Dies ist der Grund, warum andere Metriken notwendig sind.

Zeitgewichtete Rendite und geldgewichtete Rendite

Bei der Bewertung von Portfolios gibt es zwei Hauptmethoden: die zeitgewichtete Rendite und die geldgewichtete Rendite. Die zeitgewichtete Rendite eliminiert die Auswirkungen von Kapitalzu- und -abflüssen und zeigt die reine Leistung der Strategie. Sie ist daher besonders wertvoll für den Vergleich verschiedener Handelsstrategien.

Die geldgewichtete Rendite (auch interne Rendite oder IRR genannt) berücksichtigt dagegen den Zeitpunkt und die Höhe von Kapitalflüssen. Sie zeigt, wie viel Rendite ein Investor tatsächlich erzielt hat, wenn dieser während des Anlagezeitraums zusätzliches Kapital eingezahlt oder entnommen hat. Für persönliche Investitionen ist die geldgewichtete Rendite oft aussagekräftiger.

Wichtig: Für Vergleiche zwischen verschiedenen Strategien verwende die zeitgewichtete Rendite. Für persönliche Vermögensanalyse ist die geldgewichtete Rendite aussagekräftiger.

Sharpe-Ratio: Risikoadjustierte Leistung

Die Sharpe-Ratio ist eine der wichtigsten risikoadjustierten Renditekennzahlen. Sie misst, wie viel Rendite eine Investition pro Einheit Risiko generiert. Eine höhere Sharpe-Ratio deutet darauf hin, dass eine Strategie attraktivere Renditen für das eingegangene Risiko bietet.

Vergleich von Investitionsstrategien mit unterschiedlichen Risiko-Rendite-Profilen

Die Formel der Sharpe-Ratio ist: (Rendite – risikofreier Zinssatz) / Volatilität. Ein Wert über 1,0 gilt allgemein als gut, über 2,0 als ausgezeichnet. Die Sharpe-Ratio ermöglicht es Investoren, verschiedene Strategien fair zu vergleichen, da sie sowohl Rendite als auch Risiko berücksichtigt. Dies ist besonders wertvoll beim Vergleich von Handelsstrategien mit unterschiedlichen Volatilitätsprofilen.

Sortino-Ratio und Calmar-Ratio

Während die Sharpe-Ratio alle Volatilität betrachtet, konzentriert sich die Sortino-Ratio nur auf das Abwärtsrisiko – also die negativen Schwankungen. Dies ist oft realistischer, da Aufwärtsbewegungen keine Investoren beunruhigen. Eine hohe Sortino-Ratio deutet auf eine Strategie hin, die Gewinne realisiert, während sie Verluste minimiert.

Die Calmar-Ratio hingegen vergleicht die annualisierte Rendite mit dem maximalen Drawdown. Sie antwortet auf die Frage: „Wie viel Rendite bekomme ich pro Einheit Rückgang?” Dies ist besonders nützlich für Trader, die den größten Rückgang, den sie ertragen mussten, mit ihren Gewinnen abgleichen möchten. Eine Calmar-Ratio über 0,5 wird oft als akzeptabel angesehen.

Maximaler Drawdown und Recovery Factor

Der maximale Drawdown ist die größte prozentuale Rückgang vom Höchststand bis zum Tiefststand eines Portfolios. Ein Drawdown von 20% bedeutet, dass das Portfolio um 20% von seinem Spitzenwert gefallen ist. Diese Metrik ist entscheidend für die Risikobewertung, da sie zeigt, wie viel Verlust ein Investor schlimmstenfalls ertragen musste.

Historischer Kursverlauf mit gekennzeichnetem Drawdown-Verlauf

Der Recovery Factor ist das Verhältnis zwischen Nettogewinn und maximalem Drawdown. Ein Recovery Factor von 3,0 bedeutet, dass die Strategie dreimal so viel Gewinn generiert hat wie der Betrag des schlimmsten Rückgangs. Diese Metrik hilft zu verstehen, wie schnell und effektiv sich eine Strategie von Verlusten erholt.

Zusammenfassung der wichtigsten Return-Metriken

  • Absolute Rendite: Direkte Messung von Gewinn oder Verlust in Prozent
  • Zeitgewichtete Rendite: Eliminiert Kapitalflusseffekte für Strategievergleiche
  • Sharpe-Ratio: Rendite pro Einheit Gesamtrisiko (über 1,0 ist gut)
  • Sortino-Ratio: Rendite pro Einheit Abwärtsrisiko
  • Calmar-Ratio: Rendite pro Einheit maximaler Drawdown
  • Maximaler Drawdown: Größter Rückgang vom Höchststand
  • Recovery Factor: Verhältnis von Gewinn zu maximalem Drawdown
Haftungsausschluss: Dieser Artikel bietet Bildungsinformationen über Return-Metriken und Performancemessung. Er stellt keine Anlageberatung dar. Die Bewertung von Investitionsstrategien erfordert eine umfassende Analyse individueller Ziele, Risikotoleranz und Marktbedingungen. Konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.